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Fragen zum Thema. Kapitel XIII. Klassik IV. Friedrich Schiller




Fragen zum Thema

1. Welches Bild vom Menschen und von der Gesellschaft entwirft Goethe in „Hermann und Dorothea“?

2. In welchem Verhä ltnis erscheinen die Gesetze der Natur und die Gesetze der sittlichen Ordnung in „Wahlverwandtschaften“?

3. Warum nannte Goethe sein Werk „Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit“?


  Kapitel XIII

Klassik IV

Friedrich Schiller

 

 

„Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,

der tä glich sie erobern muss. “

(Johann Wolfgang Goethe)

 

 

Johann Christoph Friedrich Schiller (1759–1805) wurde in Marbach im Herzogtums Wü rttemberg geboren. Sein Vater war Feldscher, seine Mutter – Tochter eines verarmten Bä ckers. Von Jugend auf kannte Schiller harte Not und Geldsorgen, die ihn sein ganzes Leben hindurch begleitet haben.

Von dem 13. Lebensjahr an hatte Schiller auf der Karlsschule erfahren, was es heiß t, nicht nach seinem freien Willen leben zu dü rfen.

Die Aufgabe der Schule war es, dem Herzog Karl Eugen gehorsame Beamte zu erziehen. Die Disziplin in dieser Schule war barbarisch. Acht Jahre lang musste Friedrich dort die Uniform tragen, sich von morgens 5 bis 9 Uhr abends den Befehlen, dem Drill und manchmal auch


Johann Christoph Friedrich Schiller


den Launen seiner Vorgesetzten unterwerfen. Acht Jahre hindurch gab es keinen Urlaub, kaum einmal einen


Besuch der Eltern, keine Mö glichkeit, ohne Aufsicht eigenen Interessen nachzugehen. Der Briefwechsel und die Lektü re der


Zö glinge wurden streng geprü ft, ihre freundschaftlichen Beziehungen ü berwacht und womö glich verhindert. Der Dichter Schubart hat diese Schule „Sklavenplantage“ genannt, denn der Aufenthalt dort war beinahe einer Gefä ngnishaft gleichzustellen. Es ist sicher kein Zufall, dass Schiller nach seiner Flucht aus Stuttgart in vielen Bü hnenwerken das natü rliche Recht des Menschen auf Freiheit zum Gegenstand der Handlung machte.

Trotzdem drangen die Ideen der Aufklä rung und des Sturm und Drang in die Schule ein. Die Werke von Lessing, Goethe, Klopstock wurden heimlich gelesen. Einem seiner Lehrer hatte der werdende Dichter auch die Bekanntschaft mit wichtigen Werken der frü heren und der zeitgenö ssischen Literatur zu verdanken. Die Bekanntschaft mit Shakespeare ließ Schiller seine Neigung zum Drama erkennen.

Nachdem die Akademie um eine medizinische Fakultä t erweitert wurde, entschloss sich der junge Dichter dieses Fach statt der zuerst geplanten Jurisprudenz zu wä hlen. Ende 1780 wurde Schiller nach bestandener Prü fung aus der Akademie entlassen und erhielt eine Anstellung als Regimentsarzt in Stuttgart.

 

Schillers erstes Drama „Die Rä uber“ erschien 1781. Das Anliegen des Dramas wird bereits auf der Titelseite deutlich: Unter einem sich aufbä umenden Lö wen stehen die lateinischen Worte: „In tyrannos“ – „Gegen die Tyrannen“.

 

Die Rä uber

Die Stoffgrundlage fü r „Die Rä uber“ bot eine Erzä hlung Schubarts von zwei feindlichen Brü dern unter dem Titel „Zur Geschichte des menschlichen Herzens“.


Der heuchlerische, intrigante Franz Moor will uneingeschrä nkt und willkü rlich ü ber die Menschen herrschen. Um seine verbrecherischen Ziele zu erreichen, scheut er vor keinem Mittel zurü ck. Sein Bruder Karl dagegen vertritt die Ideale des Sturm und Drang. Er lebt ganz aus dem Gefü hl. Als Anfü hrer einer Rä uberbande rebelliert er gegen die herrschenden Missstä nde und verteidigt das Recht auf die unbehinderte Entwicklung der Persö nlichkeit. Schiller lä sst Karl Moor folgende Worte sprechen:

„Stelle mich vor ein Heer Kerle wie ich, und aus Deutschland soll eine Republik werden, gegen die Rom und Sparta Nonnenklö ster sein sollen“.

Karl Moor ist ein Mensch der Tat, sein Geist dü rstet nach Taten, sein Atem nach Freiheit. Karl sehnt sich nach einem „Heer Kerl“, wie er. Seine „Kerle“ waren eben nur Rä uber, die etwas zerstö ren, jedoch nichts Neues schaffen konnten.

„Mein Handwerk ist Wiedervergeltung – die Rache ist mein Gewerbe“, erwidert Karl dem Pater. Karl kä mpft gegen den feudalabsolutistischen Staat und die Kirche, dem Gott der Herrschenden stellt er seinen Gott der Liebe und Gerechtigkeit gegenü ber. Die Religion betrachtet er als eine Sache der Armen und Unterdrü ckten.

Die Hoffnung auf das Jü ngste Gericht ersetzte in der Literatur der Zeit vielfach die Hoffnung auf eine Ä nderung des realen Lebens. Am Ende treten auch die Rä uber gegen Karl Moor feindlich auf, drohen ihm und fordern, er solle seine Amalia der Bande opfern. Die Hoffnung auf einen ehrwü rdigen Rä cher, wie er im Volke lebte, musste eine Illusion bleiben. An dem Gegensatz zwischen den gesellschaftlichen Bedingungen der deutschen Wirklichkeit und seinem idealen Wollen geht der Held zu Grunde.

Karls Grö ß e besteht darin, dass er sein Rä uberdasein als gefä hrliche Verirrung in die Anarchie erkennt und mutig und ungebrochen das Schafott besteigt.

„Die Rä uber“ konnten in Wü rttemberg nicht aufgefü hrt werden. 1782 wurde das Drama von dem Intendanten des Mannheimer Nationaltheaters, Freiherrn von Dalberg zur Auffü hrung genommen. Das Stü ck machte Schiller mit einem Schlag in ganz Deutschland berü hmt. Als er heimlich einer


Auffü hrung der „Rä uber“ in Mannheim beiwohnte, erwirkte der Herzog fü r ihn eine Arreststrafe und verbot ihm, weitere

„Komö dien“ zu schreiben. Man erlaubte Schiller nur medizinische Bü cher zu schreiben und drohte ihm mit Festungshaft.

 

Bitterste Not leidend, fand Schiller Unterkunft auf dem thü ringischen Gut Bauerbach bei Henriette von Wolzogen. Hier vollendete er sein Stü ck „Luise Millerin“(„Kabale und Liebe“) und begann die Arbeit an „Don Carlos“.

„Kabale und Liebe“ erschien 1784 auf der Bü hne. Ä hnlich wie bei Lessing in „Emilia Galotti“ geht es auch hier um die Liebe zweier Menschen, die durch hö fische Kabalen, durch Rä nke und Intrigen voneinander getrennt und in den Tod getrieben werden.

Der junge Major von Walter, Sohn des Prä sidenten, liebt die Tochter des Stadtmusikanten Miller. Der Prä sident hat aber fü r seinen Sohn eine andere Partie vorgesehen, und er will die Heirat der beiden unbedingt verhindern. Um seine Plä ne zu verwirklichen, schreckt er vor Nichts zurü ck. Der Prä sident von Walter ist das Abbild eines skrupellosen Ministers, wie man ihn damals an den Fü rstenhö fen finden konnte. Im Herzogtum des Karl Eugen von Wü rttemberg fand Schiller das, was er fü r sein Drama brauchte, und er brachte furchtlos alles auf die Bü hne.

Es ist der Herzog Karl Eugen, der wegen seines Soldatenhandels an den Pranger gestellt wird in der Szene, wo der Kammerdiener von seinen nach Amerika verkauften Sö hnen spricht. Karl Eugen war wohl besonders gewalttä tig, aber eine Ausnahme war er bestimmt nicht. An den deutschen Fü rstenhö fen konnte der Schriftsteller auch Vorbilder finden fü r den Prä sidenten von Walter, den sein Sohn Ferdinand als Betrü ger und Kuppler bezeichnet. Die Bü hne wird bei Schiller zum Gericht, die Fü rsten sehen sich auf der Anklagebank.

Im Vergleich zu Lessings „Emilia Galotti“ war Schillers „Kabale und Liebe“ ein Schritt vorwä rts. Der Stadtmusikant Miller, Luisens Vater, ein einfacher kleiner Bü rger, bringt bei der entscheidenden Auseinandersetzung den Mut auf, die Wahrheit dem Prä sidenten


ins Gesicht zu schleudern. Wä hrend Lessings Odoardo den Prinzen auf den himmlischen Richter verweist, droht Miller dem Prä sidenten mit Ohrfeigen und Hinauswurf. Darin zeigten sich die Verä nderungen, die in der Zeit zwischen dem Erscheinen der beiden Stü cke in der deutschen Gesellschaft vor sich gegangen waren. Miller verkö rpert die Auflehnung des deutschen Bü rgertums gegen die Fü rstengewalt.

Kompromisslos hat Schiller Luise und Ferdinand seine eigenen Gedanken aussprechen lassen. Die beiden kö nnen nicht zusammen leben, darum mü ssen sie zusammen sterben. Die Standesunterschiede triumphieren ü ber die Liebe.

 

Mit „Don Carlos“ wollte der Dichter zunä chst ein Familiengemä lde aus fü rsterlichem Haus schaffen (Entwurf, 1783). Doch gab sich Schiller mit dieser Lö sung nicht mehr zufrieden, und „Don Carlos“ wurde zum politischen Drama, das das welthistorische Ereignis des niederlä ndischen Unabhä ngigkeitskampfes gegenü ber Spanien zum Hintergrund erhielt. Das Drama veranschaulicht Schillers Ü bergang zur Klassik.

Die Anklage gegen die Tyrannei Philipps II. und die Unmenschlichkeit der spanischen Inquisition richtete der Autor zugleich gegen den Despotismus der deutschen Kleinfü rsten seiner Zeit.

In den Vordergrund rü ckt Schiller die Gestalt Posas. Der spanische Marquis unterstü tzt den niederlä ndischen Freiheitskampf und fordert einen Staat, der vor allem dem Menschen dient. Posa reiß t den Prinzen aus seiner trü ben Melancholie, in die ihn die unglü ckliche Liebe zu Elisabeth, seiner Stiefmutter, versetzt hat. Der Prinz wird von seinem Vater der Inquisition ü bergeben. Marquis Posa entwirft das Idealbild eines bü rgerlich-humanistischen Staates und richtet den Blick auf jene Zeit, in der Freiheit, Menschenglü ck und Brü derlichkeit verwirklicht sind. Auch Posa muss sterben.


1783 bot Dalberg dem Schriftsteller eine Stelle als Theaterdichter an, deshalb kehrte Schiller nach Mannheim zurü ck. Trotzdem war Schillers Lage in Mannheim keineswegs befriedigend. Sein Versuch, das Mannheimer Theater zu reformieren, scheiterte an dem Widerstand der Theaterleitung, die den rebellischen Dramen des jungen Dichters die zahmen und flachen Stü cke vorzogen.

Schiller hatte noch immer mit Geldnot zu kä mpfen, erschö pfte seine Krä fte in anstrengender Arbeit. Seine Freunde unterstü tzten ihn mit Krediten. Seine unsichere wirtschaftliche Lage zwang ihn zu einem Wanderleben (Leipzig, Dresden, Weimar, Jena). In dieser Zeit begann er seine historischen Studien. 1788 erhielt Schiller durch die Unterstü tzung des Herzogs von Weimar und Goethes, mit dem er zunä chst nur flü chtig bekannt geworden war, die auß erordentliche Professur fü r Geschichte an der Universitä t Jena.

1790 heiratete Schiller Charlotte von Lengefeld, ein Mä dchen aus den Kreisen des Weimarer Hofadels. In demselben Jahr sicherte  ihm  der  Herzog  ein  festes  Jahresgehalt  zu.  1791 erkrankte Schiller an einer lebensgefä hrlichen Lungenentzü ndung. Von da an war seine Widerstandskraft gegen Krankheiten geschwä cht.

1794 beginnt seine Freundschaft mit Goethe. Gerade in der Unterschiedlichkeit der Erkenntnisinteressen und Erkenntnismethoden – Goethe ging von der Anschauung des Konkreten, Schiller von Ideen aus – ergä nzten sich die beiden, weil jeder die Eigenart des anderen achtete. Goethe fö rderte die Dramenproduktion Schillers, weil er an Schauspielen fü r

„sein“ Weimarer Theater interessiert war. So entstanden die groß en Dramen die „Wallenstein“ –Trilogie (1797/99), „Maria Stuart“ (1799–1800), „Die Jungfrau von Orleans“ (1800–1801),

„Die Braut von Messina“ (1802–1803), „Wilhelm Tell“ (1802– 1804). Seine letzte Arbeit, das Stü ck „Demetrius“ oder „Die Bluthochzeit zu Moskau“ blieb Fragment. Erst in dieser letzten, sehr produktiven Lebensphase war Schiller frei von wirtschaftlichen Problemen.


Die Dramen Schillers der zweiten Schaffensperiode unterscheiden sich wesentlich von seinen Dramen der Sturm-und- Drang-Zeit. Aus seinen Werken verschwindet die Gestalt des stü rmenden Rebellen, das Volk tritt in den Vordergrund. Die Handlung spielt auf dem breiten historischen Hintergrund.

 

In der „romantischen“ Tragö die „Die Jungfrau von Orleans“ unternahm Schiller den Versuch, das Thema des nationalen Unabhä ngigkeitskampfes der Franzosen im Hundertjä hrigen Krieg (1329–1429) gegen die Englä nder zu behandeln. Zum ersten Mal wä hlte der Dramatiker – in der Gestalt des Hirtenmä dchens Jeanne d’Arc – einen Menschen aus dem Volke zum Helden des Stü cks.

Die Gottesmutter Maria erteilt Johanna den Auftrag, auf irdische Liebe zu verzichten und das Vaterland von den Englä ndern zu befreien. Johanna fü hrt das franzö sische Heer zum Sieg gegen die Eindringlinge. Unerbittlich bekä mpft sie die Feinde ihrer Heimat, bis sie den englischen Heerfü hrer Lionel aus plö tzlich erwachender Liebe verschont. So fü hlt sie sich vor ihrem Volke schuldig und duldet als Sü hne fü r den Verrat schweigend die Anklage, mit dem Teufel im Bunde zu stehen.

In der Verbannung ü berwindet Johanna ihre Liebe, sie vermag so der englischen Gefangenschaft zu entfliehen und Frankreich erneut aus hö chster Not zu erretten. Auf dem Schlachtfeld stirbt sie im Bewusstsein erfü llter Pflicht.

Die historische Johanna war vom Kö nig verraten und den Englä ndern in die Hä nde gespielt worden. 1431 wurde sie in Rouen als Hexe verbrannt.

Zwei Handlungslinien bestimmen das dramatische Gefü ge der Tragö die: der nationale Befreiungskampf gegen die Englä nder und der Konflikt des Hirtenmä dchens zwischen Schuld und Sü hne. Diese Tragö die hatte jahrzehntelang einen kolossalen Erfolg auf der Bü hne, weil in ihr das Erwachsen des nationalen Gefü hls im Volke dargestellt worden war – ein Vorgang, den das deutsche Volk in den Jahren der napoleonischen Kriege besonders stark mitempfinden konnte. Die gleichnamigen Opern von Peter Tschaikowski und Giuseppe Verdi entstanden zu diesem Thema.


Die Balladen Schillers wurden im Wettstreit mit Goethe geschaffen. Doch im Unterschied zu Goethe, der in seinen Balladen vorwiegend Stoffe der Volkssage, der Mythologie oder der Legende verarbeitet, wä hlt Schiller fü r seine Balladen Stoffe, in denen sich der Mensch als sittliche Persö nlichkeit bewä hren muss. Die Gestalten sind Vorbilder fü r opferbereites, tugendhaftes Handeln.

In der Ballade „Die Bü rgschaft“ wird die Freundestreue gezeigt. Als Vorlage nahm der Dichter einen antiken Stoff. Schon die Einfü hrung ist dramatisch: Vor Dionys, dem Tyrannen von Syrakus, steht Damon, der wegen eines misslungenen Attentat auf den grausamen Herrscher zum Tode verurteilt wird. Damon bittet, ihm noch drei Tage zu gewä hren, damit er seine Schwester vermä hlen kö nne. Er lä sst seinen Freund als Bü rgen zurü ck. Wenn Damon die gewä hrte Frist nicht einhä lt, wird sein Freund getö tet. Der Tyrann traut dem Versprechen Damons nicht und glaubt, dass dieser sich in den drei Tagen in Sicherheit bringen wolle.

Dem Tyrannen steht Damon gegenü ber, der hohe moralische Eigenschaften besitzt. Ihm ist sein Wort heilig, Freundestreue ist ihm wichtiger als sein persö nliches Schicksal. Sogar als er auf dem Rü ckwege erfä hrt, dass alle seine Anstrengungen, das Ziel rechtzeitig zu erreichen, vergeblich sind und der Freund schon ans Kreuz geschlagen werden soll, steht er zu seinem Wort: wenn der Freund nicht mehr zu retten ist, so will er mit ihm zusammen sterben. Die Ballade endet optimistisch: der Freund wird befreit, und der Tyrann, vom Edelmut der Freunde gerü hrt, schenkt beiden das Leben und bittet um ihre Freundschaft.

Schiller zeigt in dieser Ballade, dass Tyrannei nicht durch Gewalt ü berwunden werden kann, sondern nur durch die moralische Kraft des Menschen, durch seinen ü berzeugenden Edelmut, hier auch durch die alles ü berwindende Freundestreue. Diese Anschauungen entsprachen der utopischen Einstellung der deutschen Klassiker zu Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung.


Eine der bedeutendsten Balladen von Schiller ist „Der Handschuh“. Die Entstehung der Ballade fä llt in den Sommer des Jahres 1797. Den Anstoß zu dieser Ballade gab eine kurze Erzä hlung, die Schiller in einem historischen Werk ü ber Paris fand. Dort hieß es: „Diese Straß e (rue de Lions) erhielt ihren Namen von dem Gebä ude und den Hö fen, wo die groß en und kleinen Lö wen des Kö nigs eingesperrt waren. Eines Tages, als Franz I. (1515–1547) sich damit beschä ftigte, einen Kampf seiner Lö wen zu sehen, ließ eine Dame ihren Handschuh fallen und sagte zu dem Ritter Delorges: „Wollt Ihr, ich soll glauben, dass Ihr mich so sehr liebet, als Ihr mir alle Tage schwö rt, so hebt mir den Handschuh auf! “

Ein Vergleich der Ballade mit dieser kurzen Erzä hlung zeigt, mit welcher Meisterschaft der Dichter den Stoff gestaltet hat.

Kö nig Franz erö ffnet das Kampfspiel. Die Tiere, es sind ein Lö we, ein Tiger, zwei Leoparden, betreten nacheinander den Zwinger. In diesem Augenblick fä llt ein „Handschuh von schö ner Hand“ zwischen die Tiere. Schiller zeigt, welch ein kalter Zynismus sich trotz der spielerischen Form hinter den spitzen Worten der Hofdame verbirgt. Sie bittet den Ritter, ihr den Handschuh zurü ckzubringen. Alle warten gespannt, wie der Ritter reagieren wird. Ungeachtet der tö dlichen Gefahr steigt er in den Zwinger hinab und hebt den Handschuh auf. Alle atmen erleichtert auf, er bringt den Handschuh der Dame zurü ck, man hö rt Lobesworte. Da ertö nt die unerwartet schroffe Antwort des Ritters. Er verzichtet auf ihren Dank und verlä sst sie fü r immer. Der Schluss der Ballade ist bezeichnend in doppelter Hinsicht: erstens lä sst der Dichter nicht zu, dass der mutige Ritter von der launischen Dame erniedrigt wird, wenn es um die Wü rde eines Menschen geht; zweitens ist fü r Schiller die Wahrung der Menschenwü rde wichtiger als die hö fische Etikette.

 

 

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